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Das Wasser

11.1 Der Jolibach

In Niedergesteln haben wir eine spezielle und einmalige Landschaft. Neben der Bergwelt, der Felsensteppe, den Wäldern, den Alpen und Weilern und der Talebene mit der Baggilla, prägt vor allem der Jolibach unser Territorium.

 

Ursprung des Jolibaches

Der Jolibach entspringt am Joligletscher, welcher von den Höhen des Hohgleifen und nördlich von den Schneemassen des Wilerhorns gespiesen wird.

Zuwachs vom Seebach

Nach der Querung der Jolialpe trifft sich der Jolibach mit dem schäumenden Seebach. Bei grossem Schneefall bringt der Seebach Wasser bis in den späten Herbst, bei wenig Schneefall kann er bereits anfangs Sommer austrocknen.

Der Wasserlieferant

Vom Jolibach werden auf der rechten Seite die Ladusuon, Tatzsuon, Gieschsuon, Lidusuon, Stägerusuon, Lüegjierusuon, Sandmattusuon und auf der linken Seite die Brägjieru und die Grossi gespiesen.

 

Die einmalige Schlucht

Ab der Chinegga beginnt die eindrückliche Jolischlucht, welche teilweise bis 100 Meter tief aber an den engsten Stellen nur 2 Meter breit ist.

Begehung der Schlucht

Bei guter Witterung kann in den Monaten Februar, März, April, September und Oktober die Schlucht unter Führung eines Bergführers mit guter Ausrüstung begangen werden. Sicherungen zur Sicherung der Seilstellen sind eingerichtet. Die Route ist im Bergführerbuch eingetragen.

Ankunft im Dorf

Vor dem Dorf Niedergesteln endet die Schlucht. In einem gemauerten Bachbett fliesst der Jolibach in den Kiesfang und weiter durch das Bietschi nach Steg und in die Rhone.

11.2 Trinkwasserversorgung

1930 Bau der alten Fassung

Im Jahr 1930 wurde oberhalb dem Dorf Niedergesteln im Jolibach die Wasserfassung gebaut. Bereits im Jahr 1966 wurde die Trinkwasserqualität vom Kanton beanstandet. Der Zugang zur alten Fassung im Jolibach erfolgte durch einen in den Berg gehauenen Stollen. Über den inzwischen beleuchteten Stollen kann man noch heute in die wildromantische Jolischlucht gelangen.

1967 – 1973 Messungen Kühmattboden

Ab dem Winter 1967 bis 1973 wurden die Quellen in Kühmattboden auf 2050 m ü.M. gemessen. Die Ergebnisse ergaben eine Wassermenge zwischen 18 l/s. und 100 l/s. Das beauftragte Ingenieurbüro konnte 1969 erste Resultate der Studie vorlegen. Empfohlen wurde die Fassung der Quellen in Kühmattboden auf 2050 m ü.M., die Ableitung des Wassers Richtung Tatz, sowie ein Reservoir in Niedergesteln. Gleichzeitig wurde vorgeschlagen, den benachbarten Gemeinden Hohtenn, Steg und Raron Wasser abzugeben.

Im Sommer 1971 verlangte das eidg. Meliorationsamt eine weitergehende Untersuchung für eine eventuelle Aufbereitungsanlage des Jolibachwassers oder eine Grundwasserfassung. Eingehende Untersuchungen zeigten, dass das gepumpte Grundwasser aufbereitet werden müsste. Beim Jolibach wurden im Winter Tränkewasser abgeleitet, so dass an der damaligen Fassungsstelle oft zu wenig Wasser für die Versorgung der Gemeinde vorhanden war. Deshalb wurde der Vorschlag von 1969 weiter ausgearbeitet.

1975 Bau der neuen Trinkwasserversorgung

1975 hat der Grosse Rat des Kantons Wallis ein Dekret für das überarbeitete Projekt von 1969 erlassen; er beteiligte sich mit 25,5% an den Baukosten der Trinkwasserversorgung, die auf Fr. 1'577'000.- geschätzt wurden. Der Bund sicherte der Gemeinde einen Pauschalbetrag von Fr. 150'000.- zu.

Los 1: 6 Quellenfassungen mit 900 m Leitungen im Quellengebiet, 1 Brunnenstube, 1 Sammelstube, 4 Druckbrecherschächte, 1 Verteilschacht, 1 Entsander, 3‘068 m Hauptleitung in PVC 125 – 150 mm und 1‘825 m Mattackerdrückerleitung PVC 50 mm und galv. Rohr 2“.

Los 2: Reservoir Tatz mit 50 m3, 5 Druckbrecherschächte, 2‘196 m Hauptleitung in PVC 100 – 125 mm, Leitung Brägji 597 m PE 2“, Leitung Wasserleitung 522 m PE 5/4“.

Los 3: Reservoir Niedergesteln mit 500 m3, 423 m Druckleitung d.G. 150 mm.

Die gesamten Baukosten der neuen Trinkwasserversorgung beliefen sich laut Schlussabrechnung des Meliorationsamtes auf Fr. 1'317'524.-.

Wasserstreit

(Jegerlehner 1913) In Niedergesteln lagen sich zwei Bürger des Wassers wegen im Streit. Der eine machte kurzen Prozess und warf den anderen in die Jolischlucht, wo er zerschmettert aufgefunden wurde. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Am Begräbnis sagte der Pfarrer: „Bevor ich den Toten bestatten lasse, müssen alle meine Pfarrkinder an dem Sarg vorbei und eine Viertelminute dem Toten die Hände auflegen.“ Als der Mörder an die Reihe kam, fing das Blut des Ermordeten wieder an zu fliessen. Da rief der Prior: „Du bist der Mörder!“ worauf dieser seine Tat bekannte.

11.3 Die Rhone

Früher beherrschten fast die ganze Rhoneebene stark sumpfige Landflächen und machten das Land für die Landwirtschaft wertlos. Bei Gewittern gab es oft Überschwemmungen und der Rotten suchte sich ein neues Bett. Am fürchterlichsten wütete das entfesselte Element im Herbstmonat des Jahres 1860, als die ganze Rhoneebene, von Brig bis Martinach, ein einziges weites Meer bildete. Der Schaden war enorm.

 

Die 1. Rhonekorrektion

Nach langen Vorbereitungen wurde im Jahre 1865 die Korrektion der Rhone in Angriff genommen und nach zwanzigjähriger Arbeit zu Ende geführt. Die Korrektion der Rhone bestand grösstenteils in der Eindämmung des Flusses, in der Ufersicherung und in der Anlegung von in das Flussbett hineinragender Steindämmen (Buhnen, Sporren, Stösse), die den Wasserlauf bei hohem und niedrigen Wasser regulieren.

An den Gesamtkosten von 7 ½ Millionen Franken beteiligte sich der Bund mit 2 ½ Millionen Franken und der Kanton mit 850'000.- Franken. Den Hauptanteil von über 4 Millionen Franken mussten die Ufergemeinden übernehmen. Obschon durch Gemeindewerk ein grosser Teil abverdient werden konnte, mussten die Gemeindesteuern bedeutend erhöht werden; Raron bezog 15 ‰, Brigerbad 25 ‰ und Niedergesteln sogar 48 ‰ Steuern. Der Erfolg war jedoch über alle Massen zufrieden stellend.

Die Binnenkorrektion

Mit der Korrektion des Flusslaufes der Rhone war aber das Werk der Entsumpfung des Rhonetales nicht vollendet. Es gab noch ausgedehnte versumpfte Flächen, die nur geringe Streue oder schlechtes Futter lieferten. Um das Land fruchtbar zu machen erfolgte die Binnenkorrketion, welche hauptsächlich in der Abfuhr des von den beidseitigen Berghängen herabkommende Wasser besteht. Der Jolibach ergoss sich damals in das Gebiet der heutigen Sänder.

11.4 Die Baggilla

Entstehung

In den 50er Jahren wurde in diesem Gebiet Kies ausgebeutet. Nach der Ausbeutung blieb ein See mit einer Länge von ca. 350 m und einer Breite von 80 m zurück.

 

Nutzung

Die Baggilla ist Eigentum der Burgerschaft von Niedergesteln. In den letzten Jahren wurde der See an den Fischerverein „Gravi“ verpachtet. Der Fischerverein erstellte eine Fischerhütte mit WC. Für Festanlässe können diese Infrastrukturen von Dritten gemietet werden.

Fauna und Flora

Die Natur hat sich in diesem schönen, ruhigen Ort wieder breit gemacht. Neben Fischen, Fröschen, Enten, Reihern und anderen Tieren können auch alte knorrige Silberpappeln und andere Bäume und Sträucher betrachtet werden.

Die Badgilla lädt heute zum Verweilen und Erholen ein.