Gemeinde Niedergesteln
Kirchgasse 6
CH-3942 Niedergesteln

Mail
Tel.: 027 934 19 12
Fax: 027 934 29 06

 

 

Tourismus Raron-Niedergesteln
Bahnhofareal
CH-3942 Raron

Mail
Tel.: 027 934 31 00
Fax: 027 934 31 01
Internet

Die Alpen

10.1 Jolialpe

Auf dem Fussweg von Tatz erreicht man nach einer knappen Stunde die romantische Jolialpe mit ihrem hübschen Stafel und dem ebenen „Tschuggen“, mit Gras bewachsen, in der unmittelbaren Nähe der Alphütte. Hier haben die Kühe beim Besetztag einen Ringkampf vollführt und leicht hätte eine nach verlorenem Kampf unten im Jolibach landen können.

 

36 gerandete Kühe

Die Alpe ist für 36 Kühe gerandet. Zusätzlich konnte ein Stier und 190 Schafe aufgetrieben werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Alpen, wo die Einzelwirtschaft bestand, wurde auf der Jolialpe für alle Kühe ein einziges Senntum eingerichtet.

Das Abendkraut wurde geetzinot und vormittags weideten die Tiere im Ta, der Hütte gegenüber im kräftigen Kraut gegen den Chiemattbodu hin.

Der Nutz

Der Lohn des Sennen bestand nicht in Geld, sondern aus Käse. Beim Entalpen wurde der Nutz auf den Schlitten geladen und bis nach Tatz gezogen. Das hinaus ziehen des 150 kg schweren Schlittens auf dem fast ebenen Weg brachte einen zünftig ins Schwitzen. Von Tatz hinunter nach Niedergesteln ging es leichter, weil der Weg steiler ist. Am Ziel angekommen gab es meistens einen kräftigen Schluck Lafnetscha.

Wildhüterhütte

Die erste Hütte wurde vom Bund für Naturschutz auf der linken Jolibachseite im Gärberuwald erbaut. Bereits im ersten Winter wurde diese durch eine Lawine zerstört.

Die neue Wildhüterhütte wurde ein Jahr später auf der rechten Seite des Jolibaches, ausserhalb der Jolihütte, auf der Eggu gebaut. Sie ist Eigentum des Kantons Wallis.

10.2 Alpe Mattachru

Die Alpe Mattachru liegt oberhalb Tatz und kann über eine kleine Strasse mit dem Auto erreicht werden.

Wie der Name es sagt, müssen dort früher Äcker gewesen sein, die mit der Zeit, wie an so vielen Orten, in Matten übergegangen sind.

Früher nannte man diese Alpe auch „Rinderfeld-Seetal“. Die Alpe konnte 90 Tage mit 4 Rinder, 10 Kälber und 176 Schafen bestossen werden.

Der Stockwald

Nördlich von Mattachru erstreckt sich der Stockwald, welcher zur Alpschaft Joli gehört.

Die Gälmjini

Vor dem Seetal sind die Gälmjini, wo neben dem rauschenden Bach der Juniperus oder Reckolder oder Wachholder gedeiht, welcher hier oben ganz weich anzufassen ist im Gegensatz zu derselben Pflanze weiter unten, wo sie stachelig ist. Früher wurden oft die Hagebutten am Dornenstrauch gepflückt. Der Reckolder wurde gesammelt, gestampft und dann dem Vieh im Gläck beigemischt, weil das mälch sei und den Tieren glatte Haut schaffe.

 

Das Seetal

Von Mattachru gelangt über die Ladusüe, dann gerade aufwärts durch immer lichter werdenden Wald, zuerst auf eine Terrasse am Ausgang des Seetales. Sodann steigt man über eine steile Schutthalde in das eigentliche Tal; zuerst kommt der untere, dann der obere Boden. Die früher mit Rindern und heute mit Schafen bestossene Alp Rinderfeld-Seetal reicht bis hier hinauf.

Noch zu sehen sind die alten Schaf-Färriche und nicht weit davon entfernt der See, von dem der idyllische Ort wohl seinen Namen hat. Die Westgruppe Kistenhorn und Läghorn wie Hiri und Plattjengrad spiegeln sich in der Morgensonne darin. Das Seelein hat einen unterirdischen Abgang und fliesst in den Seebach.

Einen schönen Überblick geniesst man, wenn man den etwa eine halbe Stunde entfernten Kamm des Blumhorns 2491 Meter, der das Seetal vom Joli trennt, besteigt. Man wird durch einen Anblick eines teifblauen Sees, 2300 Meter ü. Meer, überrascht, der zu unseren Füssen auf der unteren Terasse des Seetales liegt. Der 120 Meter lange und 40 Meter breite See ist romantisch von Blöcken und grünen Rasenpolstern umgeben. Auf dem Blumhorn gedeihen seltene Blumen und der Schmetterling Apollofalter, der sonst in Europa nicht anzutreffen ist, ist hier zuhause.

Gegen Osten überschauen wir den unteren Teil des Joli. Tellenberg sagt: „Etwas schöneres an Felsen und Farben ist mir noch nie vorgekommen.“

Jolisee und Ginalssee

(Furrer) Der Seetalsee liegt dem grossen See im Ginalstale gerade gegenüber und die Volkssage berichtet, dass beide Seen durch einen unterirdischen Kanal mit einander in Verbindung stehen, sodass was in dem Ginalsee von dem Strudel erfasst werde, im Seetalsee wieder zum Vorschein komme.

10.3 Das Jolital

Von der Jolialpe zum Chiemattbodu

Von der Jolialpe gelangt man auf einem Weg durch grüne Lärchenwälder, Alpenrosen und Moränen zum Chiemattbodu. Zuhinterst im Tal liegt der Joligletscher, der durch die Jolilücke mit dem Bietschgletscher in Verbindung steht. Den Abschluss des Tales bilden das Kastlerhorn 3228 Meter, das Wylerhorn 3311 Meter und der Hohgleisen 3280 Meter.

BLN Schutzgebiet

Das Gesamte Gebiet oberhalb der BLS Linie der Gemeinde Niedergesteln ist im BLN unter Schutz gestellt. Dieser Bereich wurde 2001 von der UNESCO ins Weltnaturerbe aufgenommen.

Prag

Prag ist ein wunderschöner Aussichtspunkt. Von hier aus hat kann man einen grossen Teil des Wallis überblicken. Woher der Namen Prag stammt, weiss man nicht genau. Hat dies wirklich mit der Stadt Prag zu tun?

Sage von Prag

(aus dem Internet) Einst war Prag der schönste der Orte im Wallis, wo Ludmilla mit den Ihrigen, und sie ist von vielen die Urururururururururgroßmutter, im großen Glück das Leben genoss. Wer die Stadt besuchte, wurde schonend auf ihre blendende Schönheit vorbereitet, indem er zunächst auf der hübschen Jolialp noch bewirtet wurde, von wo Prag in seiner ganzen Pracht zu bewundern war. Doch die Walliser, trotzigere Dickschädel als die sanftblütigen Tschechen immer schon, belustigten sich ob der Mühsal des Weges hin zu Prag und von da fort, als wären die Prager Gefangene recht eigentlich der Schönheit ihrer Stadt. Da nahm der Allmächtige das ganze Volk der Verspotteten, bot ihm Platz weit weg im nördlichen Osten, verbrannte die Erde des alten Ortes und ließ einzig zurück steile und versteppte Hänge mit den abgründigsten unzivilisierbaren Steinbockpfaden. – Seither scheinen die hübsche Alp und die erinnerte Schöne in entzweiten Richtungen dahinzurosten.

10.4 UNESCO Weltnaturerbe

Label

Nach einem langen Weg erhielt am 13. Dezember 2001 das Gebiet Jungfrau - Aletsch - Bietschhorn das Label UNESCO Weltnaturerbe.

Perimeter

Das gesamte Gemeindegebiet von Niedergesteln oberhalb der BLS Bahn liegt im UNESCO Weltnaturerbe.

 

Schutz

Die UNESCO macht keine gesetzlichen Auflagen. Die Unterschutzstellung ist Sache des Bundes. Das UNESCO Perimeter deckt sich mit dem BLN Gebiet, welches in den 90er Jahren unter Schutz gestellt wurde.

 

Organisation

Der Verein UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau–Aletsch ist für die Organisation sowie die Erstellung und Umsetzung des Managementplanes zuständig. Das oberste Organ ist die Delegiertenversammlung mit 56 Delegierten, welche die Gemeinden vertreten.

Ein Vorstand, mit 6 Vertretern aus dem Kanton Bern, 6 Vertretern aus dem Kanton Wallis und der Präsidentin, leitet den Verein UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. In zwei Geschäftsstellen in Naters und Interlaken arbeiten die Projektmanager.

 

Ziele der Gemeinde

Die Aufnahme unseres mehrheitlichen Territoriums ins UNESCO Weltnaturerbe und der Schutz des Gebietes durch die BLN Bestimmungen ermöglicht die Chance, unsere Werte auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Wir möchten einen sanften Tourismus fördern und diese Werte unserer Bevölkerung und unseren Gästen erschliessen.

Eine Massnahme ist die Vernetzung der Suonen und Wanderwege. Eine Wanderverbindung zwischen der Stägeru und der Grossi sowie die Querung der Jolischlucht rundet unser Angebot ab.

Freundliche Mahnung!

F.G. Stebler schrieb am 28. Juli 1913 eine freundliche Mahnung an die Besucher des Jolitales (auch Ijolli genannt):

Das Ijolli gehört zum eidgenössischen Bannbezirk Aletsch-Bietschhorn. Als Schutzgebiet und Wildreservat in der bisher wenig begangenen Wald-, Alp- und Bergregion ist es in kleinerem Massstab ein zweiter Nationalpark. Geschätzte Besucher, nehmt unsere inständige Bitte zu Herzen, stört die bisherige tiefe Stille des Gebietes und damit die scheue, aber heimisch gewordene Tierwelt, besonders Steinwild, Gämsen und Murmeltiere nicht durch lautes Benehmen, schont die reiche Blumen- und Pflanzenwelt unseres einzigartigen Naturparks.

Der anständige Mensch, der wirklich Naturfreund ist einsichtig und fühlt sich als Mitbesitzer dieses herrlichen Bann- und Naturschutzgebietes; für ihn sind die bekannten Verbote nur Wegleitungen zur Bestrafung der Naturschänder.

Liebe Gäste, wir bitten noch besonders eindringlich, die bis jetzt von Unrat verschonte Gegend rein zu halten, Papier und Abfälle nicht herumliegen und Vorsicht wegen Feuersgefahr walten zu lassen. Bitte, ehrt auch die Gebräuche und Sitten der Bevölkerung, achtet ihre religiösen Gefühle.