Gemeinde Niedergesteln
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Die Dorfteile

6.1 Burgschaft

Die alte Burgschaft

Zu Füssen der Burg befindet sich die alte Burgschaft mit ihrem stadtähnlichen Charakter. Auf die Burgschaft wurde bereits im Jahre 1376 mit der Bezeichnung „gentes infra castrum“ (Leute unter der Burg) hingedeutet.

Wenigstens auf drei Seiten hatte die kleine Burgstadt Ringmauern und Tore. Innerhalb der Ringmauern, in etwa zu vergleichen mit der heutigen Burgschaft mit der Kopfsteinpflästerung, steht die hochmittelalterliche Kirche, eine Stiftung des Freiherren Girold von Turn. Südwestlich der Kirche lehnt sich das Haus des Priors an den Hang der Felsrippe. Südlich der Kirche gab es damals Lagerhäuser und Gaststätten für die Handelsleute.

Der Ort zählte damals zu den wichtigsten Siedlungen im deutschen Wallis. Edle Familien, Verwandte oder Verschwägerte der Herren von Turn, Lehensleute, wie die de Embda, de Mont und angeblich der berühmteste Minnesänger des Wallis Herr Rubin bewohnten in Gesteln grosse, prächtige Steinhäuser.

Gesteln schmiegte sich dicht an den Fuss des Felsens, denn der Talgrund war eine von Gesträuch und Flussarmen durchzogene Einöde.

Stadtrecht

Die Merkmale einer mittelalterlichen Stadt waren die Selbstverwaltung, das Marktrecht und die Befestigung. Das Burgstädtchen Niedergesteln war zwar befestigt, liess jedoch andere Merkmale teilweise vermissen. Es gibt zwar Leute, welche der Meinung sind, dass Niedergesteln als erster Ort im Oberwallis das Stadtrecht erhalten hat.

Gebäude

Die alte Burgschaft mit ihren jahrhundertealten Häusern wurde mit viel Liebe fürs Detail renoviert. Heute kann man die verschiedenen Gebäude wie die Kirche mit den alten Glocken, das, Eischlerhaus, Wefahüs, Verwaltungsgebäude, Statthalterhaus, Feschtihaus, Kastlanhaus, Pfarreizentrum, Burgerhüs und viele Gebäude mehr in unserer Burgschaft bewundern.

Chöif

Der Chöif diente früher als Markt- und Warenlagerplatz. Darauf weisen noch romanische Ornamente an einigen der ältesten Häuser hin. Seine Lage direkt unterhalb der Kirche führt dazu, dass er oft als Treffpunkt nach der Messe genutzt wird. Seit dem Jahr 2000 ist der Platz mit den Bronzeskulpturen 4 Jahreszeiten von Carl Constantin Weber geschmückt.

Die Gassen

Bereits um das Jahr 1970 wurde mit der Pflasterung der Gassen in der Burgschaft begonnen. Die Kopfsteine stammen aus der Altstadt Basel.

Gesamtblick

Zwischen den mächtigen Ruinen der Gestelnburg und dem Pürudorf befindet sich die Burgschaft. Angeschmiegt an den Burgfelsen, in kompakten, terrassenförmig angeordneten Reihen, stehen die alten von der Sonne gegerbten oder in weissem Verputz strahlenden Gebäude. Auf engen mit Kopfstein gepflasterten Gässchen kann man die Burgschaft begehen. Auf engem Raum kann der Besucher hier die Vielfalt der früheren Architektur bewundern.

Im Herzen der Burgschaft stehen auch öffentliche Gebäude, wie das im Jahr 2001 sanierte Pfarreizentrum mit dem neu gestalteten Pfarreigarten. Südseitig des Pfarreizentrums steht das Burgerhüs und nordseitig das Verwaltungsgebäude und das Wefahüs, welches im Besitze der Stiftung Gestelnburg "Pro Castellione" ist.

 

 

6.2 Pürudorf

Ringförmig schliesst das Pürudorf an die Burgschaft an. In diesem Dorfteil stehen heute noch ca. 30 Ökonomiegebäude. Einige davon werden als Schafstallungen verwendet. Zwischen den Ökonomiegebäuden entstanden inzwischen Wohnhäuser und zwei Restaurants.

 

Sanierung und Gestaltung

In den Jahren 1998 und 1999 wurden alle Infrastrukturen des Pürudorfes erneuert. Bei dieser Gelegenheit ist auch die Oberfläche entsprechend gestaltet worden. Ein spezieller Teer soll das frühere Kies darstellen. Misthöfe und Einfriedungen wurden entfernt. Die Strassen sind nun wie Plätze zwischen den Häusern angelegt. Lampen, Wegweiser, Sitzgelegenheiten und Geländer wurden harmonisch und einheitlich integriert. Es war keine Selbstverständlichkeit, dass die Eigentümer sich an dieser Neugestaltung beteiligten.

Bachhüs und Spritzulokal

Das ehemalige Bachhüs wurde zum Abstelllokal und dann zum Feuerwehrlokal. Nach dem letzten Umbau steht es heute der Gemeinde als Abstimmungslokal, Sitzungslokal und dem Kinderhort zur Verfügung. Das Spritzulokal wurde geöffnet und in einen Informationsstand umgebaut.

Landwirtschaft

Im Jahre 1911 gab es in Niedergesteln 57 Haushaltungen mit 240 Einwohnern, wovon 46 Viehbesitzer waren. Eine Viehzählung ergab 22 Pferde, 3 Maultiere, 175 Stück Rindvieh, 249 Schafe, 69 Ziegen und 43 Schweine.

Eine Viehzählung nach dem 2. Weltkrieg ergab 35 Pferde und Maultiere, 280 Stück Rindvieh, 300 Schafe und 80 Ziegen. Damals war die Landwirtschaft der Haupterwerb.

Noch mehrere Jahre wurde die Landwirtschaft nach traditioneller Manier betrieben. Kleinbauern mit wenig Grossvieh-Einheiten und arbeitsintensive Bewirtschaftung prägten das Bild.

Inzwischen hat die Landwirtschaft grosse Veränderungen erfahren. Heute wird sie in der Freizeit als Hobby betrieben. Die Handarbeit wurde durch Maschineneinsatz ersetzt und statt Grossvieh werden das Weisse Alpenschaf und das Schwarznasenschaf mit viel Liebe gezüchtet.

Erhalt der Ökonomiegebäude

Ziel der Gemeinde ist es, den Charakter des Pürudorfes mit seinen Ökonomiegebäuden zu erhalten.

Weinbau

In den Schopfen haben die Niedergestler den grössten Teil ihrer Reben. Sie liegen nordseits vom Wannenmoos. 

Weitere Reben gibt es noch auf der Westseite des Dorfes.

6.3 Dorfquartiere

Den Dorfkern mit der Burgschaft und dem Pürudorf umspannen mehrere Quartiere. Auf der linken Rhoneseite beim Bahnhof Gampel – Steg stehen einzelne Häuser auf Territorium von Niedergesteln.

Obergesch

In sonniger Lage stehen hier die Häuser ausgerichtet nach Süden. Eine Strasse führt weiter zur Rarnerkumme, Brägji und endet in der Chäla.

Im Obergesch hat in den 1940er Jahren der bekannte Schriftsteller Maurice Chappaz, Neffe und Erbe von Staatsrat Maurice Troillet, sowie die Dichterin Corinna Bille gewohnt. Chappaz soll gesagt haben, Gesch sei der schönste Ort des Wallis!

Unnergeesch

Das Unnergesch grenzt direkt an das Territorium der Gemeinde Raron. Im Unnergesch befindet sich auch das Restaurant „Roti Wychüefa“.

Wannenmoos / Wannumoos

Das Gebiet beim Schulhaus nennt man Wannenmoos. Fast das gesamte Bauland ist Eigentum der Burgerschaft, welche Bauparzellen zu günstigen Preisen an Burgerinnen und Burger von Niedergesteln verkauft. Im Jahr 2002 sind weitere 1,5 ha Bauland vorbereitet worden.

Grossi Mattu

Vor dem Dorf, zwischen dem Kiesfang und dem Schulhausareal liegt das Quartier Grossi Mattu.

Sänder

Das grösste Quartier sind die Sänder. Sie liegen auf der Westseite des Jolibaches. Vor Eindämmung des Jolibaches ist hier der Bach frei Richtung Steg ausgelaufen und lies viel Sand und Schutt liegen. Daher stammt auch der Name Sänder.