Das Pfarreizentrum

Das alte Pfarrhauses

Im Jahr 1384 ist das Pfarrhaus von einem gewissen Cop angezündet worden. In einem alten Pergament steht von der Einvernahme des Brandstifters im mittleren Hof der Gestelnburg. Prior Nycholaus hat 1399 das (wieder aufgebaute?) Pfarrhauses erworben. Ob sich letzteres am Standort des heutigen Pfarrhauses befand oder an einem anderen Ort, lässt sich bisher nicht schlüssig nachweisen. Gemäss den historischen Quellen besass es einen Balkon (lobium), neben dem Eingang befand sich ein Hof, auch führte hier das Gmeigässi (vicus communis) vorbei.

1578 Umbau

Im Jahre 1578 entstand, wohl auf den alten Fundamenten, unter Prior Nicolaus super Gradibus ein neues Pfarrhaus.

1735 Aufstockung

Im Jahr 1735 liessen die Gemeinden des Priorats eine Pfarrwohnung aus Holz aufsetzen. Auf der Binde steht:

HOC OVS EXSTRVSTRVSTVM EST EXPENSIS LAVDABILIVM COMVNITATVM TOTIVS PAROCHIAE CASTELLIONIS INFE P R D C WERLEN

EAE P P D I Z G I B P P COM D C C Z S - - - M IOANES ANDRES ANNO M DCC XXXV - - -

Übersetzt: Dieses Werk ist erbaut worden durch die Ausgaben der Gemeinden der ganzen Pfarrei. Prior ehrwürdiger Herr Christian Werlen. Es folgen die Buchstaben: E.AE,P.P.D. I.Z. G. I.B. P.P. comm.D.C. und zuletzt die Jahrzahl 1735.

Um 1777 - 1800

Zur Zeit von Prior Rigger besass das Pfarrhaus zwei geheizte Räume, drei kleine Schlafzimmer und drei Keller. Vor dem Haus lag ein ummauerter Hof mit zwei Ställen, einem für Schweine und einem für Pferde, einer Scheune und einem Speicher. Der Umschwung umfasste rund 45 Klafter.

1808 wurde das Bischofszimmer erwähnt

Bei der Visitation 1808 ist erstmals von einem „conclave (Saal) sub alio tecto“, also einem Raum unter einem anderen Dach, die Rede. Dies dürfte das im oberen Teil des Anbaues eingerichtete, spätere Bischofssaal genannte Lokal sein

1970 Sanierung

Im Jahr 1970 wurde das Pfarrhaus in Zusammenarbeit mit dem Heimatschutz saniert. Die ehemalige Scheune und Stall, welche später als Bischofssaal und Jugendlokal umgenutzt wurde, ist abgerissen worden. Es entstand ein grosszügiger Pfarreigarten.

2001 Altersbestimmung

Auf einer eingelassen Wappenscheibe in einem Fenster des Pfarrhauses steht: „12. Jh. als Patrizierhaus erbaut, 15. Jh. wieder aufgebaut, im 17. Jh. aufgestockt, 1970 renoviert“.

Im Jahr 2001 wurde eine dendrochronologische Altersbestimmung an den verschiedenen Hölzern im Pfarrhaus vorgenommen.

Die Hölzer der älteren Bauphase enden in den Herbst / Winter des Jahres 1478. Jene der jüngeren Phase endet mit Splint im Jahre 1505 respektive 1508. Die schlecht lesbare Jahrzahl (15?3) beim südwestlichen Kellereingangsportal könnte auf Grund der Splintjahre ins Jahr 1513 lauten.

Die Hölzer im oberen Hausteil mit Waldkante enden in den Herbst / Winter der Jahre 1732 respektive 1733.

2001 – 2002 Umbau zum Pfarreizentrum

Das stattliche Pfarrhaus auf 5 Etagen und mit 16 Räumen wurde seit vielen Jahren nur teilweise genutzt. Daher beschloss man, das Gebäude in eine Wohnung für den Prior und in öffentliche Räume zu unterteilen. In den beiden Obergeschossen (von 1735) befindet sich die Wohnung des Priors. In den drei unteren Stockwerken ist der Bischofsaal, zwei Sitzungszimmer, Sanitäranlagen, der Rittersaal, ein Schlafzimmer und der Keller, dessen Grundmauern teilw. noch aus dem 12. Jh. sind, untergebracht.

Sitzungs- und Schulungsräumlichkeiten

Die öffentlichen Räume können für Schulungen und Sitzungen von Dritten bei der Gemeinde gemietet werden. Im Bischofsaal steht ein uralter Wallisertisch mit 8 Walliserstühlen. Der Keller steht auch für private Anlässe zur Verfügung. Das Prunkstück ist der Rittersaal mit seinen 20 Sitzplätzen.

Pfarreigarten

Der Pfarreigarten wurde neu gestaltet und ein Verbindungsweg mit Kopfsteinpflaster integriert.