Vereinschronik Kirchenchor Niedergesteln

Gründung Kirchenchor Niedergesteln

vor 1768 – 1856 “Kirchensingern“

ab 1857 – 1957 Kirchensänger (Männerchor) ab 1913 Verein

ab 1957 Gemischter Chor

 

Sänger (vor 1768) – Gesangverein 1913 – Kirchenchor 1957

Die Existenz von “Kirchenchsingern“ wird spätestens in einer Abmachung von 1768 im Anschluss an die Abtrennung Eischoll’s überliefert, wo es heisst: “Der Organist aber von Niedergesteln wird den halben Lohn von der Gemeinde Eischoll als wie vorhin zu beziehen haben als eben auch die Singer ihr Contigent“ (PA Niedergesteln, D 66).

In den beiden erhaltenen Rechnungsbüchern der Kirche 1857 – 1886 und 1887 – 1952 finden regelmässig unter den Ausgaben auch die Kosten für zwei Singermahle, nämlich am Skapulierfest und am Stefanstag. Am 14. Januar 1878 legte der Kirchenrat zu Niedergesteln folgendes Gehalt für die Sänger fest:

1. den Sängern wird am Feste des hl. Steffan gegeben zwey Liter Schnals (wohl Schnaps), drey Brod und sechs lb Kes.

2. an Kirchenfeste wieder drey Brod und sechs lb Kes und an Wein für zehn Franken. An Weihnachten 1888 benötigen die Sänger 2 Liter Schnaps zu 4.00 Fr., 6 Pfund Käse zu 4.80 Fr. und 3 Weissbrote zu 1.20 Fr. macht Total 10 Franken (PA Niedergesteln, G 12 / G 21)

Unter der Leitung des Organisten Quirin Steiner wurde am 12. Januar 1913 ein Kirchenchor als Verein gegründet, dessen Protokoll ein Dutzend Sänger unterzeichneten. Dass dies in Zusammenhang mit der Abtrennung von Steg – Hohtenn steht, ist nicht ausgeschlossen. Die Mitglieder zahlten 10.00 Fr. Eintrittsgebühr, probten im Sommer einmal und im Winter zweimal wöchentlich und schuldeten für verpasste Übungen 20 Rp. Bis 1.00 Fr. Bei auswärts Tätigen und Bahnarbeitern war man weniger streng. Der Ausschluss zog ein Strafgeld von 20.00 Fr. nach sich, ausser bei denjenigen, die wegen mangelnder Gesangsqualitäten ausgeschlossen wurden. Das Komitee bestand aus Präsident und Kassier, später kam ein Aktuar hinzu. Erster Präsident war Paul Kalbermatter, erster Kassier Gregor Kalbermatter. Die Mitgliederzahl betrug meist zwischen 15 und 20. Der Verein benötigte regelmässig materielle Unterstützung durch die Pfarrei und Gemeinde. So verlangte er 1919 pro Jahr und Mitglied 3 Liter Wein, 1 Pfund Käse und 1 Kilo Brot. Auch dieAusbildung und der Lohn der Organisten wurde 1921 zu einem Thema von Verhandlungen mit dem Kirchenrat. Gelegentlich erhielt der Verein eine Beisteuer von 100.00 Fr. Ehrenmitglieder wurden 1916 Präsident Auxilius Kalbermatter und Vizepräsident Fridolin Steiner sowie 1924 Leo Indermitten. Von besonderen Anlässen ist nur gelegentlich die Rede : 1942 Vorschlag zur Teilnahme am Cäcilienfest in Brig. 1943 Tombola zugunsten der Kirche, 1950 Spaziergang nach Stresa, 1953 Kauf des Harmoniums von Niedergampel. Des 20-Jahr-Jubiläums Kirchenchor-Verein gedachte man erst 1935, und erst noch ohne Feier. Der Eifer scheint mit der Zeit immer mehr nachgelassen zu haben, so dass sich Prior Werlen 1954 veranlasst fühlte, eine strengere Führung und die Übernahme der Statuten für Pfarrcäcilienvereine anzuordnen, was zum Austritt von mehreren Mitgliedern führte. In einer Generalversammlung beschloss der Verein am 3. März 1957 die Auflösung.

 

(Protokollbuch im Gemeindearchiv Niedergesteln)

 

Zur Gründung eines gemischten Kirchenchors kam es erst 1957. ...